Was ist eine optometrische Untersuchung?
Eine optometrische Untersuchung ist deutlich mehr als ein einfacher Sehtest. Sie dient der umfassenden Beurteilung der Sehfunktion und der Augengesundheit. Neben der Sehschärfe werden – je nach Untersuchungsumfang – auch Augeninnendruck, Gesichtsfeld, Netzhaut, Sehnerv und das Zusammenspiel beider Augen überprüft.
Ziel ist es, Sehfehler frühzeitig zu erkennen, bestehende Sehhilfen optimal anzupassen und Hinweise auf Augenerkrankungen oder allgemeine Gesundheitsprobleme zu entdecken – häufig schon, bevor deutliche Beschwerden auftreten.

Empfohlene Untersuchungsintervalle nach Alter
Säuglinge und Kleinkinder (0–3 Jahre)
Eine augenärztliche oder optometrische Untersuchung kann bereits im ersten Lebensjahr sinnvoll sein, insbesondere bei familiärer Vorbelastung, Schielen, auffälligem Sehverhalten oder Entwicklungsauffälligkeiten. Früh erkannte Sehprobleme wie Amblyopie oder Strabismus lassen sich im Kindesalter deutlich besser behandeln.
Kinder im Vorschul- und Schulalter (4–18 Jahre)
Spätestens vor der Einschulung sollte das Sehen überprüft werden. Unkorrigierte Sehfehler können das Lesen, Schreiben und die Konzentration beeinträchtigen. Danach sind Kontrollen alle ein bis zwei Jahre sinnvoll – besonders bei zunehmender Kurzsichtigkeit (Myopie).
Erwachsene (18–40 Jahre)
Beschwerdefreie Erwachsene ohne besondere Risikofaktoren sollten ihre Augen etwa alle zwei Jahre untersuchen lassen. Wer viel am Bildschirm arbeitet, Kontaktlinsen trägt oder häufig unter müden Augen, Kopfschmerzen oder unscharfem Sehen leidet, profitiert oft von jährlichen Kontrollen.
Personen ab 40 Jahren
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Alterssichtigkeit (Presbyopie), Glaukom, Katarakt und andere altersbedingte Veränderungen. Eine Untersuchung alle ein bis zwei Jahre ist deshalb medizinisch sinnvoll.
Senioren ab 60 Jahren
Ab 60 Jahren werden jährliche Kontrollen empfohlen. Erkrankungen wie Glaukom, Katarakt und altersbedingte Makuladegeneration treten häufiger auf und können das Sehvermögen schleichend beeinträchtigen.
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Warnzeichen: Wann sollte man sofort einen Termin vereinbaren?
Unabhängig vom regulären Untersuchungsrhythmus sollten folgende Symptome zeitnah abgeklärt werden:
- plötzliche oder zunehmende Verschlechterung der Sehschärfe
- verschwommenes oder doppeltes Sehen
- häufige Kopfschmerzen, besonders im Stirn- oder Schläfenbereich
- starke Licht- oder Blendungsempfindlichkeit
- Lichtblitze oder plötzlich viele „Mouches volantes“
- verzerrte oder wellige Linien
- Augenrötung, Schmerzen oder anhaltender Tränenfluss
- Probleme beim Lesen oder Fokussieren in der Nähe
Solche Beschwerden können auf ernsthafte Veränderungen im Auge hinweisen und sollten nicht ignoriert werden.
Besondere Risikogruppen
Diabetes mellitus
Diabetes kann die Netzhautgefäße schädigen (diabetische Retinopathie). Betroffene sollten mindestens einmal jährlich untersucht werden – auch ohne Sehbeschwerden.
Familiäre Vorbelastung
Menschen mit nahen Angehörigen, die an Glaukom, Makuladegeneration oder anderen Augenerkrankungen leiden, haben oft ein erhöhtes Risiko und sollten regelmäßiger kontrolliert werden.
Bluthochdruck
Hypertonie kann Veränderungen an den Netzhautgefäßen verursachen. Regelmäßige Augenuntersuchungen helfen, solche Schäden früh zu erkennen.
Kontaktlinsenträger
Kontrollen sind wichtig, um Hornhautreizungen, Sauerstoffmangel oder Infektionen rechtzeitig festzustellen.
Intensive Bildschirmarbeit
Langes Arbeiten am Computer kann zu trockenen Augen, Kopfschmerzen, Brennen und vorübergehend verschwommenem Sehen führen. Eine optometrische Untersuchung kann helfen, die Ursache zu klären und die Sehanforderungen des Arbeitsplatzes zu berücksichtigen.
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Was wird bei einer optometrischen Untersuchung geprüft?
Typischerweise umfasst eine vollständige Untersuchung:
- Anamnese: Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente
- Sehschärfe: Fern- und Nahsehen
- Refraktion: Bestimmung der optimalen Korrektur
- Augeninnendruck: Glaukom-Früherkennung
- Gesichtsfeld: peripheres Sehen
- Binokularsehen: Zusammenarbeit beider Augen
- Spaltlampenuntersuchung: Hornhaut, Linse, Bindehaut
- Netzhaut- und Sehnervbeurteilung: je nach Untersuchungsumfang
Warum regelmäßige Kontrollen so wichtig sind
Viele Augenerkrankungen verursachen im Frühstadium kaum Beschwerden. Beim Glaukom kann der Sehnerv bereits geschädigt sein, bevor Betroffene Veränderungen bemerken. Auch die altersbedingte Makuladegeneration gehört zu den häufigsten Ursachen schwerer Sehbehinderung im höheren Alter.
Regelmäßige Untersuchungen ermöglichen:
- frühzeitige Diagnose und Behandlung
- Anpassung von Brille oder Kontaktlinsen
- Erkennung von Veränderungen durch Diabetes oder Bluthochdruck
- Erhalt von Lebensqualität und Selbstständigkeit
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich eine optometrische Untersuchung von einem Sehtest?
Ein Sehtest prüft hauptsächlich die Sehschärfe. Eine optometrische Untersuchung beurteilt zusätzlich weitere wichtige Funktionen und Strukturen des Auges.
Ist die Untersuchung schmerzhaft?
Nein. Die meisten Untersuchungen sind berührungsarm oder berührungsfrei und verursachen keine Schmerzen.
Ab welchem Alter sollten Kinder untersucht werden?
Bei Auffälligkeiten oder familiärer Vorbelastung bereits im frühen Kindesalter, spätestens jedoch vor der Einschulung.
Brauche ich eine Überweisung?
In der Regel nicht. Termine können direkt beim Optometristen oder Augenoptiker vereinbart werden.
Wie lange dauert die Untersuchung?
Je nach Umfang meist zwischen 30 und 60 Minuten.
Können auch allgemeine Erkrankungen erkannt werden?
Veränderungen an den Netzhautgefäßen können Hinweise auf Diabetes, Bluthochdruck oder andere systemische Erkrankungen geben. Die endgültige Diagnose erfolgt jedoch durch die entsprechende ärztliche Abklärung.
Wie oft sollte ich kommen, wenn ich eine Brille trage?
Meist alle ein bis zwei Jahre oder früher, wenn sich das Sehen verändert.
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